Mittwoch, 8. Juli 2009

Tag 86 (24.06.2009) – Ijen-Plateau und Kaffee-/Gummiplantage

Im Südosten Javas erhebt sich das Ijen-Plateau, ein Vulkankrater mit einem wunderschönen Kratersee und Silbererzvorkommen. Da vor einigen Jahren ein Franzose nicht vorsichtig genug war und in den Kratersee gefallen und dort ertrunken bzw. verbrüht ist (heißes Wasser!), pilgern jede Menge Landsleute dorthin; wer jetzt frohlockt, sie würden dort auch den Freitod suchen, wird enttäuscht sein, es handelt sich eher um ein Gedenken an einem wunderschönen Ort.

Da die Reise zum Ijen-Plateau in unserem Gesamtpaket Bromo-Ijen-Ketapang (letzteres ist die Fährstation für die Überfahrt nach Bali) enthalten war, mussten wir uns ausnahmsweise im Vorfeld um nichts kümmern. Die Anfahrt war im Vergleich zum Vortag wesentlich kürzer, allerdings würde das, was da teilweise als Straße befahren wurde, in Deutschland eher als Minenfeld durchgehen.

Die Fahrt endete gegen spätem Nachmittag im Catimore Homestay eine Fahrtstunde vom Plateau entfernt. Dort wurden wir zunächst in ein recht schäbiges Zimmer einquartiert, was uns nicht weiter störte, später wurde aber ein besseres Zimmer angeboten. Die Hotelanlage mitten in einer Kaffeeplantage war voller netter Leute, die Badezimmer allerdings auch voller Dreck, so dass wir – bzw. Mercedes – ersteinmal eine Reinigungsaktion durchführten.

Nach kurzem Aufenthalt bot uns der Guide an, den einen Kilometer entfernten Wasserfall anzuschauen. Dort sind wir dann auch tatsächlich hin und haben einen kleinen, aber umso gewaltigeren Wasserfall vorgefunden und dort auch ein paar schöne Fotos gemacht.

Im Gegensatz zu unseren Mitreisenden haben wir das Abendessen genossen und sind dann auch früh ins Bett gegangen, da es um kurz nach drei Uhr ja wieder Zeit zum Aufstehen war. Gegen vier Uhr morgens ging unsere Fahrt zum Plateau los, wo wir gegen fünf Uhr ankamen und noch den etwa einstündigen Weg zum Gipfel zu Fuß zurücklegen mussten. Da uns sowohl der Guide als auch das nette niederländische Pärchen, das die gesamte Tour bis Denpasar auf Bali mit dabei war, ein wenig zu langsam waren, sind wir den Weg im Eiltempo hochgegangen, um noch möglichst viel von der Morgenatmosphäre am Gipfel mitzubekommen.

Auf dem drei Kilometer langen Weg kamen uns massenhaft Arbeiter entgegen, die am Krater Schwefelplatten abtragen. Gegen Zigaretten, Kekse und gerne auch eine kleine Spende machen sie Fotos mit Touristen, also auch mit uns. Das Schürfen scheint nicht besonders gesund zu sein, die Leute wirkten alle schon ziemlich gezeichnet.
Der recht steile Aufstieg wurde mit einem Anblick entschädigt, den die Vulkan-erfahrene Mercedes als einen der beeindruckendsten ihres Lebens nannte. Vom blauen Kratersee steigen gelbe Schwaden auf und der Ausblick auf das Umland mit grünen Bergen etc. ist atemberaubend.

Nach dem Abstieg warteten wir in dem kleinen Warung am Parkplatz auf unseren Guide und die Niederländer, die uns nachher bescheinigten, „in a good shape“ zu sein; die Stunden auf dem Stepper in Jakarta haben doch etwas Gutes gehabt…
Auf dem Weg vom Ijen-Plateau zur Fährstation in Ketapang haben wir noch einen Zwischenstopp auf der Kaffee- und Gummi-Plantage gemacht und durften selbst mal ein bisschen Gummi vom Baum „pflücken“. Die Fahrt nach Ketapang war kurz und schmerzlos, was dann kam, war ein echtes Abenteuer…

Tage 74-76 (12.-14.06.2009) - Aufstieg zum Gede-Vulkan

Da Jakarta auf Dauer eine eher frustrierende Stadt ist und Grünflächen zwar vorhanden, aber eher rar gesät sind, haben wir uns entschieden, an unserem letzten Wochenende einen Vulkan im Südosten Jakartas zu besteigen, und zwar den Mt. Gede. Der Vulkan ist mit 2.958 Metern gerade mal 5 Meter niedriger als Deutschlands höchster Punkt, die Zugspitze. Mt. Gede liegt im Gede National Park, der unter anderem einen Zugang im kleinen Cibodas östlich von Bogor hat.

Da wir schon einmal in Cibodas waren und mit Freddys Homestay eine angenehme Unterkunft hatten, haben wir uns auch dieses Mal wieder dort einquartiert. Dieses Mal sind wir allerdings nicht mit der Bahn erst nach Bogor und dann mit diversen Ankots weitergefahren, sondern wir haben uns für den Bus vom Busbahnhof Kampung Rambutan im Süden Jakartas entschieden. Für 25.000 IDR (ca. 1,80 €) kommt man mit diversen Stops auf dem Weg direkt von Jakarta nach Cibodas, auf das doch recht nervige Umsteigen kann man also verzichten. Nach ca 2 ½ Stunden Fahrtzeit auf dem holprigen Puncak-Pass waren wir also mal wieder bei Freddy, der uns natürlich wie immer gut gelaunt und freundlich begrüßte. Da wir allerdings nach 17 Uhr eingetroffen sind, konnten wir keine Genehmigungen bei der Verwaltung des Nationalparks abholen, und ohne diese Genehmigung ist man für den Fall der Fälle nicht versichert, ein Risiko, das wir nicht eingehen wollten.

Freddy ist als Jugendlicher von seinen niederländischen Eltern in Cibodas zurückgelassen worden und ist dort heimisch geworden. Gespräche mit Freddy enden immer mit dem Satz „Have to go to mosquid!“, da Freddy ein sehr gläubiger Muslim ist. Während wir bei unserem ersten Aufenthalt die einzigen Gäste waren, trafen wir dieses Mal unter anderem auf einen englischen und einen japanischen Vogelbeobachter. Da Freddy eine ganze Reihe Kinder hat, wurden beide natürlich mit Guides aus dem Hause Freddy „versorgt“ (und waren damit augenscheinlich sehr zufrieden).
Zunächst haben wir bei Freddy einen Guide für die Bergbesteigung geordert (350.000 IDR / 25 €) und am nächsten Morgen bei der Parkverwaltung die erforderliche Genehmigung eingeholt. Dass wir den Gipfelsturm um einen Tag auf Sonntag verschieben mussten, hat sich im Endeffekt als Glücksfall herausgestellt, denn wir waren für die Tour in keiner Weise adäquat ausgerüstet, uns fehlten eine Taschenlampe und regen- bzw. wetterfeste Klamotten. Da Indonesien aber ein Land der Outlets ist, konnte auch hier Abhilfe geschaffen werden. Im 4 Kilometer entfernten Cipanas haben wir das dse-Outlet überfallen und uns entsprechende Klamotten von Nike für vielleicht 1/10 des in Deutschland üblichen Preises ausgerüstet, für eine lange Hose, zwei Sportjacken und ein Regencape waren insgesamt ca. 35 € eine eher preiswerte Beschaffungsmaßnahme.

Nach unserer Einkaufstour haben wir uns die botanischen Gärten von Cibodas angesehen (6.000 IDR / 0,45 € Eintritt) und ein paar nette Fotos gemacht. Da wir zu blöd waren, den vorgesehenen Parkweg zu nutzen, haben wir uns recht schnell im Morast wiedergefunden, meine Sportschuhe haben den leicht bräunlichen Touch bis heute noch nicht wieder verloren…

Da wir um 1 Uhr starten mussten, um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel um 6 Uhr zu erleben, sind wir natürlich früh ins Bett gegangen. Leider wurde uns die ohnehin kurze Nachtruhe von einer Vierercombo aus England, Wales und Polen weiter verkürzt, da auch diese Gruppe zum Gipfel wollte, zwei Stunden früher startete und es als notwendig erachtete, möglichst laut über den Gang zu brüllen. Da die Gruppe jedoch einen nicht ortskundigen Guide hatte, überholten wir sie nach ca. 2 Stunden; da die Engländerin zu hause scheinbar gut bekocht wird, konnte die Gruppe unser Tempo nicht mithalten und verpasste damit den Sonnenaufgang, schade…

Unser Guide – ein Sohn von Freddy – holte uns um 1 Uhr ab und vollgepackt mit Regenklamotten und Nahrungsvorräten ging es auf den Mt. Gede. Nur am Rande: Der Regen setzte genau in dem Moment ein, in dem wir wieder zurück waren! Wer sich eine Gipfelbesteigung als einfache 10 Kilometer-Strecke vorstellt, liegt falsch. Der Pfad zum Gipfel ist weder eben noch einfach zu begehen, man passiert ganze Abschnitte mit umgefallenen Bäumen, riesigen Wurzeln und auf ca. halben Weg auch die sogenannten Hotsprings. Diese Quellen versprühen 75°C heißes Wasser und sind gerade im Dunkeln nicht gerade einfach zu überqueren.

Die 4 ½ Stunden Wanderung mit einer Überbrückung von über 2.000 Höhenmetern haben sich aber gelohnt. Selbst 5°C und Wind auf dem Gipfel können einem die Aussicht nicht vermiesen. Die herrliche Landschaft Javas erstreckt sich so weit das Auge reicht, während die Sonne als roter Feuerball am Horizont aufgeht. Leider ist eine solche Stimmung mit unseren einfachen Digitalkameras nicht einzufangen.
Der Abstieg gestaltete sich schwieriger als der Aufstieg und dauerte 6 Stunden, so dass wir gegen 13 Uhr wieder bei Freddy waren und um 15 Uhr wieder im Bus Richtung Jakarta saßen. Da der Puncak-Pass bis 16 Uhr für unsere Seite gesperrt war, dauerte die Fahrt nochmal eine Stunde länger, so dass wir erst abends in Jakarta wieder ankamen (meine Beine waren erst zwei Tage später wieder da…) und todmüde ins Bett fielen.

Donnerstag, 4. Juni 2009

Tag 63 (01.06.2009) - Gunung Mas Tea Estate

Der dritte Tag und vorerst letzte Tag der Flucht aus Jakarta führte uns wieder in die Nähe von Taman Safari Indonesia, und zwar zur Gunung Mas Tea Estate nördlich von Cisarua. Dabei handelt es sich um eine Tee-Plantage mit Tee-Fabrik.

Der Hinweg selbst war ein wenig beschwerlich, da der Lonely Planet Indonesia keine Angaben zum genauen Ort macht und der Fahrer unseres Angkots die Plantage nicht kannte; er ließ uns folglich ca. 15 Minuten zu spät ein wenig unterhalb von Taman Safari Indonesia raus, so dass wir wieder mit dem nächsten Angkot hoch fahren mussten.

Die Tee-Plantage liegt mitten auf dem Puncak-Pass und liefert einen traumhaften Blick auf die Berge rund um Bogor. Für 50.000 IDR (ca. 3,50 €) plus 2.500 IDR (ca. 0,18 €) je Person kann man sich durch die Tee-Fabrik führen lassen. Grundsätzlich sehr interessant, leider waren Betriebsferien, so dass die Erklärungen des Guides ein wenig "trocken" waren. Jetzt wissen wir aber, dass drei verschiedene Qualitätsstufen bei dem gesamten Prozess erreicht werden, von denen die Premium-Qualität direkt verpackt und verschifft wird, so dass in Indonesien nur Tee der zweiten und dritten Kategorie verbleibt. Der Tee der ersten Kategorie dient unter anderem der Schwarz-Tee-Mischungen von Lipton.

Nach einem ca. einstündigen Intermezzo auf der Plantage haben wir uns wieder Richtung Jakarta begeben, leider mussten wir in Bogor 90 Minuten auf unsere Bahn warten, was den Rückweg ein wenig unangenehm gestaltete. Zurück in Jakarta haben wir uns erstmal eine herzhafte Pizza gegönnt, eine Tour in die Natur macht halt hungrig...

Dienstag, 2. Juni 2009

Tag 62 (31.05.2009) - Air Terjun di Cibodas

Eine Stunde mit dem Angkot (10.000 IDR / ca. 0,69 €) von Taman Safari Indonesia entfernt über den Puncak-Pass liegt das Örtchen Cipanas. Von dort aus kann man mit einem weiteren Angkot für 2.500 IDR (ca. 0,17 €) hoch nach Cibodas fahren, ein noch kleineres Örtchen mit einem botanischen Garten und dem Eingang zum Gede National Park.

Nachdem wir aufgestanden waren und das Frühstück zu uns genommen hatten, haben wir uns gegen 9:00 Uhr auf den Weg nach Cibodas gemacht, um eine Wanderung im Gede National Park zu machen. Die Fahrt mit dem Angkot war abenteuerlich, da der Fahrer trotz 18 (!) Insassen in dem Minibus wie der Henker fuhr und ohne Rücksicht auf Verluste munter die Fahrbahn wechselte. Zitat Mercedes: "Sag meinen Eltern, dass ich glücklich war!" Da wir doch noch irgendwie lebend in Cipanas und später in Cibodas angekommen sind, muss ich diese Aufgabe glücklicherweise nicht erfüllen.

In Cibodas angekommen, haben wir uns erstmal mühsam eine Unterkunft für die Nacht auf Montag gesucht, und haben uns dabei auf den Lonely Planet Indonesia mit der Empfehlung verlassen und für Freddie's Homestay entschieden. Die Zimmer in der Pension sind tatsächlich ein wenig schäbig und die Duschen - nicht auf dem Zimmer (!) - auch nicht mit warmen Wasser ausgestattet, aber für eine Nacht konnte man es durchaus mal aushalten. Für längere Aufenthalte würde ich aber etwas komfortableres suchen. Für 100.000 IDR (ca. 6,92 €) für ein kleiner bzw. 150.000 IDR (ca. 10,69 €) für ein größeres Zimmer ist das Frühstück mit einem hundsmiserablen Kaffee aber einem leckeren Pancake mit Banane inklusive.

Nach der Registrierung in der Pension haben wir uns aufgemacht, den Wasserfall im Gede National Park zu besuchen. Während der Indonesier den Zugang zum Weg für 3.000 IDR (ca. 0,21 €) erkaufen kann, muss man als internationaler Gast 20.500 IDR (ca. 1,48 €) bezahlen. Der mit großen Steinen ausgelegte Weg in die Berge ist ein echter Trip durch den Regenwald, nach eigener Auskunft der schönste in ganz Java. In jedem Fall sind die ca. 3 km Fußmarsch recht beschwerlich, ich konnte aber zu meiner Freude einen Affen beim Klettern beobachten, clevererweise hatte ich meine Kamera in der Pension liegen lassen. Nach ca. 90 Minuten eröffnete sich uns die wunderbare Sicht auf die mit Regenwald bewachsenen Berghänge und die beiden Wasserfälle, die zwar schön abzusehen, aber nicht so beeindruckend wie erwartet waren. Nach dem Rückweg waren wir hungrig und sind nach langem Hin und Her letztlich in unserer Pension aufgeschlagen, wo wir auch dem Inhaber Freddie begegnet sind. Freddie ist Indonesier unbestimmbaren Alters und spricht neben gebrochenem Englisch fließend Niederländisch, so dass er uns auf Deutsch besser verstehen konnte als auf Englisch. Für insgesamt 55.000 IDR (ca. 3,93 €) zauberte uns Freddies Frau zwei Pancakes, ein Mie Ayam Spesial (Asianudeln mit Hühnchen und Gemüse) und eine Soto Ayam (Hühnersuppe) auf den Tisch, dazu gab es Coca Cola, einen Ginger Drink und ein Glas Orangensaft. Freddie musste zur Moschee, als gläubiger Muslim bietet er selbst kein Bier an, dafür kann man es im Supermarkt kaufen und bei ihm im Kühlschrank unterstellen. Eine wie ich finde sehr pragmatische Einstellung...

Nach dem Essen und einer kleinen Pause haben wir noch einen kleinen Spaziergang gemacht und bei einem Warung allerhand Kleinigkeiten probiert, da wir trotz umfangreichem Abendessens noch nicht ganz satt waren, so ein Tag im Angkot und in den Bergen macht halt doppelt hungrig.


Für den Marsch zum Vulkankrater im Gede National Park hätte man sich mit Ausweis bei der Parkleitung registrieren müssen, darauf haben wir aber verzichtet, da der Marsch mit insgesamt mehr als 10 Stunden besser hätte vorbereitet sein müssen. Vulkane gibt es auf Java aber genug, so dass es noch genug Gelegenheiten zu einer solchen Wanderung geben wird.

Tag 61 (30.05.2009) - Taman Safari Indonesia und Nachtsafari

Wenn man mal aus dieser großen, lauten und auch dreckigen Stadt Jakarta herauskommen möchte, bietet sich ca. 80 km südlich die Stadt Bogor mit ihrem Umland an. Wie bereits berichtet, war ich schon in den botanischen Gärten von Bogor. Diesmal sollte es ein bisschen mehr sein, so dass wir uns für einen dreitägigen Ausflug in die östliche Umgebung Bogors begeben haben. Ziele waren Taman Safari Indonesia, der Regenwald von Cibodas und die Teeplantage von Cisarua.

Das erste Ziel unseres Ausflugs war Taman Safari Indonesia (Taman=Park/Garten) im Osten Bogors in der Ortschaft Cisarua. Dieser große Park bietet neben einer Safari - die man wahlweise mit dem eigenen PKW oder aber mit dem Parkbus machen kann - einen Zoo inklusive Aquarium, Wanderrouten, einen Vergnügungspark mit Fahrgeschäften, Restaurants und Tiershows sowie eine Hotelanlage und einen Babyzoo.

Die Anfahrt zu Taman Safari Indonesia kann am Wochenende recht beschwerlich sein, da Cisarua auf dem Puncak-Pass zwischen Bogor und Bandung liegt und dieser Pass am Wochenende immer nur einspurig befahrbar ist. Glücklich, wer gerade die "grüne Welle" erwischt hat; soviel Glück hatten wir leider nicht... Wenn man nicht mit eigenem PKW oder aber Taxi kommt, gibt es aus Jakarta zwei Möglichkeiten, den Park zu erreichen. Entweder fährt man mit dem Pakuan-Express (13.000 IDR/ca. 0,90 €) von den Bahnstationen Gambir (Gleis 3) oder Kota nach Bogor, oder man nimmt vom Busbahnhof im Süden Jakartas aus einen der vielen Busse nach Bogor. Da es vom Stadtzentrum Jakartas bis Gambir nur ca. 5 Taximinuten sind, zum Busbahnhof aber auch mal 90 Minuten (und viele viele IDR) gebraucht werden, haben wir uns für den Zug von Gambir aus entschieden. In Bogor selbst erwartet einen das heillose Chaos und man sieht sich mit einer Vielzahl von grünen Minibussen - Ankots - konfrontiert. Diese Minibusse fahren für den Stadttarif von 3.000 IDR (ca. 0,21 €) pro Person einmal um den Stadtkern von Bogor. Einfach den Fahrer fragen, ob er nach Cisarua fährt („Ini Angkot ke Cisarua?“). Zwar fährt keines der am Bahnhof von Bogor entlang fahrenden Ankots nach Cisarua, die Fahrer lassen einen aber an einem Punkt aussteigen, an dem die Ankots nach Cisarua weiterfahren. Diese Minibusse sind in der Regel blau und auf der Windschutzscheibe prangert der Schriftzug Cisarua. Die Ankots pendeln von Bogor nach Cisarua und kosten je Person und Fahrt zwischen 5.000 IDR (ca. 0,36 €) und 10.000 IDR (ca. 0,72 €), das hängt scheinbar ganz vom Fahrer ab. Dem Fahrer sagt man beim Einstieg am besten, dass man nach Taman Safari („Ke Taman Safari“) möchte, er wird dann am Fuße des Anstiegs zum Park anhalten, feste Stationen gibt es nicht. Die Fahrt dauert im besten Fall ca. 45 Minuten, kann aber auch locker 2 Stunden in Anspruch nehmen. Am Fuße des Anstiegs angekommen, kann man entweder ein weiteres Ankot für 1.500 IDR (ca. 0,11 €) oder aber ein Motorrad für 20.000 IDR (ca. 1,42 €) nehmen. Wir haben uns für den Funfaktor, also das Motorrad, entschieden. Auf dem Weg zum Park gibt es eine Vielzahl von Ständen, an denen Bananen und Karotten für die Tiere gekauft werden können; diese darf man während der Safari füttern.

Der Eintritt für den Park inklusive Safari beträgt für internationale Gäste 70.000 IDR (ca. 5 €), wer in der Hotelanlage übernachtet, kann sich dort ein Ticket für 30.000 IDR (ca. 2,10 €) pro Hotelgast kaufen. Nach ca. 4 Stunden Anreise waren wir also im Park angekommen. Der Parkbus fuhr dann auch wenige Minuten später ab und wir begaben uns auf die ca. einstündige Safari. Die Safari beginnt mit einem Abschnitt mit frei herumlaufenden Wildtieren wie Zebras, Nilpferden etc. Sämtliche Tiere sind an die Besucher gewöhnt und kommen zu den Autos, um sich mit Karotten füttern zu lassen. Im weiteren Verlauf folgen Abschnitte mit Bären, Tigern, Löwen, Affen, Nashörnern, Elefanten, Lamas etc. Nicht in allen - aber in den meisten - Abschnitten laufen die Tiere frei herum, natürlich sind Tiger und Löwen von den anderen Wildtieren getrennt. Auf dem Weg begegnen einem auch berittene Elefanten, die sich ebenfalls gerne füttern lassen. Alles in allem eine sehr gelungene Safari mit sehr vielen Tieren.

Am Ende der Tour wird man im Vergnügungspark abgesetzt, wo wir zuerst in dem Restoran Rainforest gegessen haben. Sämtliche Gerichte liegen hier bei 1 - 3 €, die Küche ist sehr ordentlich. Wer Souvenirs kaufen oder Autoscooter, Wildwasserbahn etc. fahren möchte, ist hier genau richtig aufgehoben.

Uns zog es allerdings mehr zu den Tiershows. Leider haben wir die Seelöwen-Show um ein paar Minuten verpasst, wurden dafür aber mit der Vogel-Show entschädigt. Atemberaubend, wie sich die Vögel in der Luft drehen und millimetergenau die Essensstücke aus der Luft oder von in der Hand gehaltenen Tellern greifen. Besonders beliebt ist hier das Einbeziehen der Zuschauer - insbesondere der Kinder - in die Flugshow. Wer den Park besucht, darf dies auf keinen Fall verpassen!

Da uns die weiteren Shows (Cowboy-Show etc.) nicht so sehr interessiert haben, sind wir zunächst durch den Zoo gegangen, wo sich Mercedes mit Elmo, dem Uran-Utan-Jungen, hat fotografieren lassen; Elmo war zunächst nicht besonders kooperativ, hat sich aber später doch noch von der besten Seite gezeigt.

Danach sind wir ein wenig durch die Natur gewandert und haben uns den kleinen Wasserfall im Park abgesehen. So gegen 17 Uhr haben wir uns dann im Hotel einquartiert, da wir die Nachtsafari - Safari Malam - (nur samstags!) sehen wollten. Die Hotelanlage bietet ein weites Spektrum an verschiedenen Unterkünften an, unter der Woche startet man bei ca. 15 €, am Wochenende muss man um die 25 € für das Zweibettzimmer inklusive Frühstück hinblättern. Nach oben hin kann man auch bis zu 100 € ausgeben (Preisefür die Übernachtung). Da die Nachtsafari von 19 - 21 Uhr geht, haben wir uns entschieden, gegen 18 Uhr erstmal etwas im Restaurant neben dem Hotel zu essen. In der Zwischenzeit habe ich noch Karotten und Bananen für die Nachtsafari besorgt. Irgendetwas müssen wir allerdings in dem Restaurant falsch gemacht haben; während die Kellner die anderen Tische mit Monsterportionen bedienten, bekamen wir Portionen für den hohlen Zahņ so dass wir in die zweite Runde gehen mussten, um satt zu werden. Die frisch gepressten Obst- und Gemüsesäfte sind übrigens sehr zu empfehlen.

Für die Nachtsafari (Preis identisch mit Tagsafari) wurden wir - bewaffnet mit vier Bünddeln Karotten und einer Bananenstaude - von einem Shuttlebus abgeholt und zum Eingang des Vergnügungsparks gebrach, wo eine Bimmelbahn abfahrbereit auf uns wartete. Die Nachtsafari ist zwar nicht uninteressant, die Tiere reagieren aber eher weniger – besser: gar nicht - auf die mitgebrachten Karotten und scheinen eher in ihrer Nachtruhe gestört zu sein. Bedrohlich wirken die drei erwachsenen Nashörner, die frei herumlaufen. Zum Ende der Safari wird man noch mit ein paar Explosionen und Flammenwerfern überrascht, ein Effekt, auf den wir gut und gerne hätten verzichten können. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Tagsafari schon interessanter ist.

Wieder am Vergnügungspark angekommen, erwarten einen die Fahrgeschäfte und ein Elefant, der sich gerne fotografieren und noch lieber füttern lässt. Neben den obligatorischen Fotos mit dem Elefanten - der unsere Karotten bekommen hat - haben wir noch eine Fahrt mit dem Riesenrad und der Geisterbahn gemacht. Danach waren wir auch wirklich müde und haben uns mit dem Shuttlebus wieder ins Hotel bringen lassen.

Wer es zeitlich hinbekommt, sollte sich Taman Safari Indonesia auf keinen Fall entgehen lassen!

Freitag, 29. Mai 2009

Tag 59 (28.05.2009) - Speedy Karting

15 Taximinuten und ca. 30.000 IDR (ca. 2,15 €) vom Stadtzentrum entfernt befindet sich ein Gelände (Jalan Jend. Gatot Subroto Kav 72, Kawasan Hanggar Teras), auf dem sich die Go-Kart-Bahn Speedy Karting befindet.

Die Kartbahn selbst ist - wie fast alles hier - nicht mehr im besten Zustand, so dass einige Risse in der Fahrbahn bestehen. Dennoch gab es keinen Grund zur Beunruhigung, da das Fahren mit dem Kart problemlos möglich war. Man muss jedoch beachten, dass der Andrang um die Mittags-/Nachmittagszeit nicht gerade riesig ist, so dass man nicht damit rechnen kann, an einem Rennen mit mehreren Personen teilzunehmen, es sei denn, man bringt gleich eine ganze Horde selbst mit; so standen Mercedes und ich dann tatsächlich alleine da.

Wer sich dazu entschließt, Kart zu fahren, muss zunächst für 15.000 IDR (ca. 1,07 €) Handschuhe und Schutzhaube kaufen, Helm und Jacke werden gestellt. Die Preise sind mit 30.000 IDR (ca. 2,15 €) für 5 Minuten Fahrt sehr human, allerdings kommt bei einer Fahrt zu zweit halt nicht das echte Rennfeeling auf.

Wer sich für Paintball interessiert, kann für 35.000 IDR (ca. 2,50 €) 2 Stunden bei Squadron 72 mitspielen (www.squadron72.co.cc); aber auch hier sollte man die Mitspieler gleich mitbringen...

Tag 54 (23.05.2009) - Taman Mini Indonesia

Wie in fast allen asiatischen Ländern gibt es auch in Indonesien einen Themenpark, der sich mit der Architektur der einzelnen Provinzen beschäftigt. Im Süden Jakartas, mit dem Taxi in ca. 45 Minuten vom Stadtzentrum aus zu erreichen (ca. 60.000 IDR / 4.20 €), liegt Taman Mini Indonesia.

In der Suharto-Zeit mit einigem Aufwand aufgebaut, findet man auf einem riesigen Gelände aufgestellte Hütten/Häuser/Tempel aus den einzelnen Regionen Indonesiens. Der generelle Eintritt von 9.000 IDR (ca. 0,65 €) pro Person berechtigt zum aufenthalt auf dem Areal. Wer mit dem Sky Lift einmal über den Park gondeln möchte, kann dies für 25.000 IDR (ca. 1,80 €) pro Person machen. Zur Beunruhigung von Mercedes sieht der Lift wie der Rest des Parks leider nicht besonders gut gewartet aus. Zur Beruhigung sei aber gesagt, dass er bisher noch nicht abgestürzt ist/sein soll. Aus der Gondel hat man einen guten Überblick über den Park, leider sieht man aber auch schon von oben, dass die meisten "Attraktionen" nicht besonders gut in Schuss sind. Das kommt auch nicht von ungefähr, denn jede Region Indonesiens ist für den eigenen Pavillon zuständig. Reiche Regionen können sich eine aufwändige Pflege leisten, ärmere Regionen müssen ihren jedoch verrotten lassen; traurig, aber wahr.

Hauptsächlich für Kinder interessant ist das neu auf dem Gelände eröffnete Freibad, das einen guten Eindruck macht. Wer billig an Souvenire kommen möchte, ist auf dem Gelände ebenfalls richtig. Ansonsten verpasst man nicht viel, wenn man dem Park fernbleibt. Wer mit der Bimmmelbahn (der Lokführer bimmelt tatsächlich ununterbrochen) fahren möchte, kann dies für 10.000 IDR (ca. 0,70 €) pro Person machen, aufregende Abenteuer wird man aber eher nicht erleben. Auf dem Gelände finden regelmäßig Tanz- und Musikveranstaltungen statt, an diesem Tag gab es eine Verleihung von Universitätszeugnissen.