In Jakarta gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, sich innerhalb der Stadt fortzubewegen: Taxi, Bus und Motorrad (zu Fuß geht man wirklich nur die ganz kurzen Strecken).
Letzteres wird an jeder Ecke als Mitfahrgelegenheit angeboten, sollte aber gemieden werden; die Art und Weise, wie hier auf zwei Rädern eigenverantwortliche Selbstgefährdung betrieben wird, ist nichts für schwache Nerven. Selbst die Taxifahrer, also die Rüpel unter den Vierradfahrern, sehen die Motorradfahrer als größtes Problem im Straßenverkehr an. Die meisten Unfälle passieren dementsprechend unter Beteiligung der Motorradfahrer; und wenn die mit einem Transjakarta-Bus kollidieren, dann ist der Ausgang in der Regel nicht gerade glimpflich.
Die Stadt wimmelt nur so vor Taxis, manchmal hat man das Gefühl, hier kommt auf jeden Einwohner ein Taxi. Die meisten Strecken wird man dann auch mit dem Taxi zurücklegen, da Taxifahren für unsere Verhältnisse mit 6.000 IDR (ca. 0,40 €) für den ersten Kilometer und 300 IDR (ca. 0,02 €) für je 100 Meter nach dem ersten Kilometer spottbillig ist. Allerdings muss man hier auf zwei Dinge achten: Zum einen sollte man tatsächlich, wie in sämtlichen Reiseführern empfohlen, nur auf die Taxis der Blue Bird Group zurückgreifen (laut Einheimischen sind auch die Taxis von Taxi Express akzeptabel). Viele der anderen Taxiunternehmen haben entweder kein Taxameter bzw. keine wirklich verkehrstauglichen Autos und Fahrer. Nach übereinstimmenden Berichten fahren die Fahrer oft riesige Umwege oder lassen einen irgendwo raus, wo man gar nicht hin wollte; die Straßennamen der kleineren und auch mittelgroßen Straßen zu kennen scheint ein Glücksfall zu sein. Die Blue Birds hingegen sind in der Regel zuverlässig. Da aber auch diese Taxifahrer nicht jede Straße oder Gegend in Jakarta kennen (können), sollte man zum anderen auch selbst eine räumliche Vorstellung davon haben, wo es denn hingehen soll. Daher kann ich nur empfehlen, immer eine Karte dabei zu haben, um dem Fahrer ein wenig auf die Sprünge helfen zu können. Dass hier jemand beim ersten Anfragen offen zugibt, dass er den Weg nicht kennt, ist selten (mir nur einmal passiert). Das kann schonmal dazu führen, dass man dem Taxifahrer als Neuankömmling in Jakarta mit Händen und Füßen den Weg weist. Die oben genannten Preise gelten tatsächlich nur für die Blue Birds, das sind die blauen Taxis der Blue Bird Group. Wer es komfortabler haben möchte, bekommt von diesem Unternehmen auch Silver Birds angeboten. Diese schwarzen Mercedes-Limousinen kosten ca. 50% mehr, als Mercedes-Fan im doppelten Sinn weiß ich den zusätzlichen Luxus jedoch von Zeit zu Zeit zu schätzen...
In und um Jakarta kommt man auch sehr gut mit Bussen an sein Ziel. Da ich bei weitem noch nicht das Busnetz erfasst habe, beschränke ich mich hier zunächst auf die Transjakarta-Busse. Da man eingesehen hat, dass der Straßenverkehr und auch der ÖPNV nicht mehr funktionierte, wurden vor ca. 5 Jahren die Transjakarta-Buslinien eingeführt. Diese modernen Busse haben eine eigene Spur und fahren daher (bis auf die Kreisverkehre) an jedem Stau vorbei. In die Busse, die den Einstieg ca. einen Meter über dem Boden haben, gelangt man über Bussteige in der Mitte der Fahrbahn. Die Busse folgen keinem festen zeitlichen Fahrplan, man wartet aber selten länger als zwei bis drei Minuten. Die Fahrt im gesamten Streckennetz kostet einheitlich 3.500 IDR (ca. 0,25 €). Da das System als Erfolg angesehen wird, wird das bestehende Netz aus zurzeit acht Linien stetig ausgebaut, derzeit sind weitere sechs Linien in Planung.
Zum Verkehr im Allgemeinen ist zu sagen, dass Verkehrsregeln, wie wir sie kennen, zwar auf dem Papier existieren, faktisch aber außer Kraft gesetzt sind. Hier werden eigentlich nur zwei Regeln angewandt: Man hält tatsächlich an roten Ampeln und jeder Verkehrsteilnehmer ist für den Bereich vor sich zuständig, dass heisst in den Rückspiegel sehen ist hier nicht drin. Als Fußgänger muss man mit der Zeit feststellen, wie dreist man auf die Straße gehen kann, ohne umgenietet zu werden; das ist Erfahrungssache und stellt sich nach ein paar Tagen ein. Dabei darf man sich nicht vom wild hupenden Indonesier verrückt machen lassen. Da dieser nicht nur die anderen Verkehrsteilnehmer, sondern auch besagte Ampeln als Verkehrshindernis betrachtet, hupt er auch dann wie ein Berserker, wenn die Ampel zu seinen Ungunsten auf Rot steht. Wenn es hilft...
Sonntag, 19. April 2009
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Rote Ampeln anhupen ist mir SEHR sympathisch!! Würde ich auch am liebsten machen.
AntwortenLöschenGrüße aus Köln,
Mario
ps: glaub bitte nicht was im internet steht!! der FC war wieder mal super und hat verdient 4:1 gewonnen